Es war einmal……. oder besser der Legende nach, hat der touristische Kanu-Mehrkampf seinen Ursprung einem Kanuten zu verdanken, der zunächst mit hoher Geschwindigkeit auf dem Wasser gepaddelt ist (Zeitfahren) und hierbei eine Reihe von Kurven und Hindernissen überwinden musste (Slalom). In den ersten Jahren bestand die Strecke aus versetzt ausgelegten Gummibällen. Später und bis in die Gegenwart hinein wurden/werden farblich markierte Stangen (rot / grün) aus Holz / Plastik paarweise als Slalomtore bis kurz über der Wasserlinie aufgehangen und in einer vorgegebenen Reihenfolge korrekt befahren.
Wie ging es weiter?
Bei der Weiterfahrt des Kanuten bricht sein Paddel, sodass er mit einem halben Paddel ohne Steuer vorankommen muss (Stechpaddeln). Im Zweier hatte Einer ein Doppelpaddel und der Zweite das Stechpaddel (halbes Paddel). Das Boot kentert trotzdem und wird schwimmend an Land gebracht (Schwimmstrecke). An Land angekommen, warten „wilde Tiere“ auf den Paddler, sodass er die Flucht ergreift und von dannen läuft (Laufstrecke). Die Tiere lassen sich aber nicht abschütteln, er greift zum Gewehr und schießt (Schießwettbewerb). Geschossen wurde natürlich nicht auf Lebend-wild, sondern bspw. auf Luftballons.
Diese Grundidee des Wettkampfes wurde in den Jahren immer wieder verändert. Zwischenzeitlich wurden neue Wettkampfdisziplinen wie den Aufbau eines E65 nach Zeit, Beantwortung von Fragen zur Wasserstraßenordnung, zu bekannten DDR-Sportlern oder zu sportlichen Höhepunkten angeboten, welche sich aber nicht durchsetzten. Seit den 70er Jahren ist diese vielseitige Wettkampfform als Kanu-Mehrkampf bzw. Kanu-Fünfkampf (Zeitfahren, Slalom, Stechpaddeln, Laufen, Schwimmen) bekannt, wenngleich insbesondere das Schwimmen oftmals aufgrund fehlender Schwimmhalle/abgesicherter Schwimmstrecke durch eine andere Disziplin ersetzt wird.
Was ist bis heute geblieben?
Im Kanu-Club Erkner werden die zahlreichen Fortbewegungsarten im Boot während des Trainings erlernt. In den jeweiligen Altersklassen (Schüler, Jugend, Erwachsene) wird 1x jährlich beim Kanu-Mehrkampf / bei den Vereinsmeisterschaften ein(e) Sieger(in) ermittelt.
Hierbei gilt es die Disziplinen Zeitfahren 500m, Stechpaddeln 250m, Slalom, Handpaddeln 150m und eine jährlich wechselnde Wasser- oder Landstation (zuletzt: Wurfsackzielwerfen) zu absolvieren. Eine Herausforderung an Körper und Geist, die den Sportlern/innen insbesondere einen geschickten, sicheren Umgang mit Boot / Paddel abverlangt.
Die Vielseitigkeit des Kanu-Breitensport……
……..ein fast unendliches Fass an Möglichkeiten Sport an der frischen Luft im Kajak ohne Altersbeschränkung auf dem Wasser zu erleben. Entsprechende Schwimmfertigkeiten natürlich vorausgesetzt, falls das Boot mit dem Sportler/in doch einmal die sog. halbe Rolle macht (Kenterung).
