{"id":476,"date":"2007-10-01T09:40:47","date_gmt":"2007-10-01T08:40:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kc-erkner.de\/wordpress\/?p=476"},"modified":"2015-07-14T14:30:58","modified_gmt":"2015-07-14T14:30:58","slug":"ausflug-ins-oderbruch-herbst-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kc-erkner.de\/?p=476","title":{"rendered":"Ausflug ins Oderbruch Herbst 2007"},"content":{"rendered":"<p>Die Wettervorhersage versprach uns einen sch\u00f6nen Herbsttag. Spontan haben Anja, Ines, Ralf und ich entschlossen nach Oderberg zu fahren und um die Neuenhagener Insel zu paddeln. Fr\u00fch am Morgen, nachdem wir die Kajaks aufs Autodach verladen hatten, fuhren wir von Erkner in Richtung Bundesstra\u00dfe 158 und weiter nach Bad Freienwalde. Die Stadt liegt am Rande des Oderbruchs. Vorbei an Schiffm\u00fchle und durch Neuenhagen erreichten wir nach etwas \u00fcber einer Stunde Oderberg. Der Morgen war noch recht frisch und eine dichte Nebeldecke lag \u00fcber der Stadt. Gegen\u00fcber von einem alten Raddampfer, der heute als Binnenschifffahrtsmuseum genutzt wird, fanden wir eine ideale Einstiegsstelle und konnten unsere Autos auf einen nahegelegenen Parkplatz abstellen.<\/p>\n<p>Oderberg liegt an der alten Oder am Rande des Bruches zwischen dem Schiffshebewerk Niederfinow und der Schleuse Hohensaaten. Das Oderbruch erstreckt sich zwischen den St\u00e4dten Oderberg und Bad Freienwalde im Nordwesten und Lebus im S\u00fcden.<\/p>\n<p>Das heutige Landschaftsbild des Oderbruchs wurde durch die Begradigung der Oder im 18. Jahrhundert gepr\u00e4gt. Die Eindeichung und Trockenlegung des Feuchtgebietes erfolgte zwischen 1747 und 1762 unter dem preu\u00dfischen K\u00f6nig Friedrich II.. Urspr\u00fcnglich verlief die Oder von G\u00fcstebiese aus zun\u00e4chst nach Westen bis Wriezen, dann weiter nach Norden bis Bad Freienwalde und schlie\u00dflich wieder nach Osten \u00fcber Oderberg und m\u00fcndete n\u00f6rdlich von Hohensaaten in den jetzigen Flusslauf. Der Lauf der Alten Oder ist noch heute vorhanden und kann in einigen Abschnitten f\u00fcr Kanutouren genutzt werden.<\/p>\n<p>Nach den Pl\u00e4nen von Simon Leonhard von Haerlem wurde f\u00fcr die Oder ein 18,83 km langer weitgehend geradliniger Kanal gebaut, der den Flusslauf um rund 25 km verk\u00fcrzen sollte. Dieser Kanal war bereits mit Deichen eingefasst. Ein System von Abzugsgr\u00e4ben sollte f\u00fcr die Trockenlegung des Feuchtgebietes sorgen. Am 2. Juli 1753 wurde der Fangdamm bei G\u00fcstebiese durchstochen und damit der neue Flusslauf der Oder geflutet.<\/p>\n<p>Die Boote waren nun Startklar und wir konnten in den Nebel hinein fahren. Nach nicht ganz einem Kilometer bogen wir in die Alte Oder ab, geradeaus gelangt man zum Schiffshebewerk. Pl\u00f6tzlich war dann auch die Sonne da und der Nebel verzog sich. Die Alte Oder wird am Ufer durch Schilf begrenzt und dahinter ragen gro\u00dfe B\u00e4ume hervor. So haben wir nicht den Eindruck, dass wir durch eine flache Kulturlandschaft, die durch Landwirtschaft gepr\u00e4gt ist, paddeln. Der Fluss erscheint sehr urw\u00fcchsig und Natur belassen.<\/p>\n<p>Wir fahren entgegen der Str\u00f6mung, die nicht so stark aber schon sp\u00fcrbar war. Nach 12 km erreichten wir Schiffm\u00fchle, wo auch die Bundestrasse 158 die Alte Oder \u00fcberquert. Noch einen Kilometer weiter biegt die Alte Oder in Richtung S\u00fcden ab. Wir hielten uns links und paddelten durch ein Wehr, welches ge\u00f6ffnet war und vermutlich nur bei Hochwasser oder Niedrigwasser geschlossen wird, um den Wasserstand im Oderbruch zu regulieren. Bei geschlossenem Wehr kann man auch beidseitig umtragen. Hinter dem Wehr machten wir erst mal eine Pause und st\u00e4rkten uns mit unserem mitgebrachten Proviant. Gest\u00e4rkt paddelten wir nun auf der Stillen Oder weiter. Vor uns ein Dutzend Schw\u00e4ne, die sehr scheu sind und vor uns flohen. Paddler sind vermutlich selten auf dem Fluss unterwegs. Die Stille Oder wird ein wenig schmaler und an beiden Seiten ist ein Schilfg\u00fcrtel. Ab und zu ragen alte B\u00e4ume am Ufer hervor und scheinen wie alte Geister den Fluss zu bewachen. Nach 4 km kamen wir an den Abzweig, wo die Mucker in die Stille Oder flie\u00dft. Wir paddelten geradeaus in den Laufgraben. Der Graben wird noch mal schmaler, ist aber immer noch so breit, dass zwei Kajaks nebeneinander fahren k\u00f6nnen. Nach 2 km erreichten wir den Oderdeich, der vom Wasser aus schon m\u00e4chtig aussieht. Dort mussten wir die Boote r\u00fcber tragen und eine geeignete Stelle an der Oder zum einsteigen finden. Der gesamte Deich wurde nach dem Hochwasser von 1997 von Lebus bis Hohenwutzen erneuert. Nicht weit von unserem Ausstieg befindet sich eine kleine Br\u00fccke \u00fcber den Laufgraben. Der Weg f\u00fchrt vom Deich nach Neuranft. Auf dem Deich verschafften wir uns erst mal einen \u00dcberblick. Da sahen wir auch schon einen idealen Einstieg. In Verl\u00e4ngerung des Weges \u00fcber den Deich ist ein kleiner Trampelpfad und f\u00fchrt uns zu einer Betonbuhne, die wie ein Steg aussieht. Und schon sa\u00dfen wir wieder in unseren Kajaks und fuhren in die Mitte des Stroms, um die Str\u00f6mung auszunutzen. Nun konnten wir uns ein wenig treiben lassen und die Weite des Oderstroms genie\u00dfen. Nach kurzer Zeit erreichten wir die Br\u00fccke, die Hohenwutzen mit der polnischen Seite verbindet. Auf den 8 Kilometer vom Einstieg bis zur Schleuse Hohensaaten kamen wir auf Grund der Str\u00f6mung schnell voran.<\/p>\n<p>An der Schleuse angekommen, war das Schleusentor zu und die Ampel auf rot. Was nun? Vielleicht m\u00fcssen wir doch umtragen! Wir haben nach dem Schleusenw\u00e4rter gerufen, es schien uns niemand zu h\u00f6ren und es lie\u00df sich auch keiner blicken. Nach ca. 10 min \u00f6ffnete sich wie von Geisterhand das Schleusentor, die Ampel schaltete auf gr\u00fcn und wir paddelten als einzige in die gro\u00dfe Schleusenkammer. In der Kammer kommt man sich als Paddler ziemlich verloren vor. Nachdem ein H\u00f6henunterschied von ca. 1,5 m \u00fcberwunden war, \u00f6ffnete sich die andere Seite und wir verlie\u00dfen die Schleuse. Also, keine Sorge, der Schleusenw\u00e4rter sieht jedes Boot und macht bei Bedarf die Schleuse auf. Man braucht nur ein wenig Geduld.<\/p>\n<p>Vor uns lagen nun noch 7 km auf der Alten Oder. Hier ist der Fluss sehr breit. Wir hatten das Gef\u00fchl, dass wir auf einem langen See paddelten. Ruhig und ohne das uns ein Boot begegnete, erreichten wir nach insgesamt 35 km und einer Zeit von 7 Stunden Oderberg. Ein wenig geschafft aber doch zufrieden stiegen wir aus unseren Booten. Die Boote wurden verladen, begeistert von der Landschaft fuhren wir nach Hause und blickten auf einen sch\u00f6nen Herbsttag zur\u00fcck.<\/p>\n<div id=\"attachment_478\" style=\"width: 580px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kc-erkner.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Karte1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-478\" class=\"size-full wp-image-478\" title=\"Karte\" src=\"http:\/\/www.kc-erkner.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/05\/Karte1.jpg\" alt=\"\" width=\"570\" height=\"441\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-478\" class=\"wp-caption-text\">Karte des Oderbruch<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wettervorhersage versprach uns einen sch\u00f6nen Herbsttag. Spontan haben Anja, Ines, Ralf und ich entschlossen nach Oderberg zu fahren und um die Neuenhagener Insel zu paddeln. 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